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Eine Straße, die (fast) keiner will

Gemeinsame Presseerklärung des Kreisverbandes Heinsberg und des Ortsverbandes Hückelhoven von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Eine Straße, die (fast) keiner will

Ein Straßenbauprojekt erhitzt seit Jahrzehnten und sehr aktuell die Gemüter und erreicht jetzt zum Beginn des neuen Jahres 2019 bei den Bürgern und Bürgerinnen in Hückelhoven seinen Siedepunkt. Schon Anfang der 2000-er Jahre spaltete die Umgehungstraße der L364 die Meinungen der betroffenen Anwohner und Anwohnerinnen. Jahrelang blieb es ruhig um dieses Projekt und jeder hatte das Gefühl, mit dem Bau der L 117 n zwischen Millich und Ratheim sei dieses Projekt von der Autobahnausfahrt Hückelhoven-West und Brachelen gestorben. Aber weit gefehlt. Seitdem die schwarz-gelbe Regierung unter Ministerpräsident Laschet das Zepter in Düsseldorf in der Hand hält, geht es mit dem Straßenbau in NRW massiv voran. Ulrich Horst, Ortsverbandssprecher aus Hückelhoven: „Es wird gebaut, was planfestgestellt ist. Und das ist nun auch die L364n. Leider! Sie entspringt Planungen aus einer vergangenen Zeit von vor über 20 Jahren, die von der Realität in Zeiten von Flächenversiegelung und innovativem Denken in der Mobilität, auch für den ländlichen Raum, längst überholt worden ist.“

Die Hückelhovener Grünen waren von Anfang vehement gegen diese Projekt und bekräftigen aktuell ihre Ablehnung. Sie unterstützen ausdrücklich die Aktivitäten der Bürgerinitiative „Junkerberg – Stoppt die L364n“. Dem schließt sich auch der Kreisverband der Partei an.

Zersiedlung, Flächenverbrauch, Lärm und Vernichtung von Naturraum das kann nicht die Antwort auf Klimaschutz und eine lebenswerte Umwelt nur um den Preis von einseitigem und zweifelhaftem Wirtschaftswachstum sein. Wie die Menschen in Hückelhoven darüber denken, zeigte eindrucksvoll ein „Spaziergang“ am 01. Januar mit über 500 Teilnehmern, die dieses Projekt eindeutig ablehnen. Das ist aus Sicht der Grünen in Hückelhoven und im Kreis Heinsberg Fakt:

  • Diese Straße entspricht veralteten und inzwischen überholten Annahmen aus dem Ende des 20. Jahrhunderts - Ein wertvoller Naturraum wie der Junkerberg wird zerschnitten und der umliegende Naturraum wird völlig entwertet. Der in der Nähe befindliche Waldkindergarten kann seiner pädagogischen Aufgabe nicht mehr ausreichend nachkommen.
  • Wertvolle landwirtschaftliche Fläche geht unwiderruflich verloren. Ersatzflächen stehen nicht ausreichend zur Verfügung. - Hückelhoven verliert eine wichtige Frischluftschneise u.a. durch einen aufgeschütteten sechs Meter hohen Damm.
  • Diese Straße dient weniger der Entlastung der Innenstadt, sondern wird vom Durchgangsverkehr genutzt, der auch über die Autobahn geführt werden kann. Diese Straße dient in erster Linie der Erschließung des Industriegebietes Geilenkirchen-Lindern. Viele Autofahrer mit dem Ziel Innenstadt werden weiterhin die alte L364 nutzen.
  • Die zweite Bauphase der L364n, von der L 117 an Hilfarth vorbei, ist in einem extrem frühen Stadium. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung und Trassen-varianten liegen noch nicht vor. - Die Trasse des zweiten Bauabschnittes vernichtet ebenso wichtigen Naturraum direkt an den Rurauen und beeinträchtigt ein neues Baugebiet, welches die Stadt Hückelhoven selbst ausgewiesen hat. Außerdem kreuzt die Straße die gewidmete Eisenbahnstrecke Baal-Hückelhoven.
  • Die Kosten für diese drei Kilometer sind unverhältnismäßig hoch.
  • Die zweite Bauphase wird mit Klagen überzogen werden. Eine Fertigstellung wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnte in Anspruch nehmen.
  • Nur mit einer zusätzlichen Ortumgehung in Brachelen (K14n) macht der zweite Bauabschnitt in Richtung Geilenkirchen-Lindern Sinn. Also noch eine Straße, noch mehr Versiegelung.

Was die Realisierung des Industriegebietes Geilenkirchen-Lindern angeht, haben die Grünen eine klare Meinung. Abgesehen davon, ob ein Flächentausch an anderer, verkehrstechnisch sinnvoller Stelle nicht besser wäre, muss die zur Verfügung stehende Fläche nicht komplett verbraucht werden.

Heiko Thomas, Vorstandssprecher des Kreisverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: „Wir plädieren an diesem Standort für nachhaltige, ressourcenschonende und ökologisch orientierte Produktionsbetriebe oder Energieversorger mit regenerativen Energiekonzepten. Für die verkehrliche Anbindung über die Straße muss eine andere Lösung geschaffen werden. Hier sind schon seit Jahren mehrere vollwertige Varianten im Gespräch, über die man kurzfristig im Kreis beraten und beschließen könnte. Einen Bahnanschluss gibt es bereits.“

Die GRÜNEN in Hückelhoven und im Kreisverband Heinsberg appellieren an die Verantwortlichen im Bauministerium, bei StraßenNRW, im Kreis und bei der Stadt Hückelhoven, in letzter Sekunde „den Stecker zu ziehen“ und dieses unsinnige Projekt noch zu stoppen.

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