05.04.2019

Schluss mit dem Wegwerfwahn

Zu den aktuellen Diskussionen über die Plastikflut auf Wiesen und Feldern nach dem Hochwasser an der Rur äußern sich Dr. Ruth Seidl, Sprecherin des Kreisverband Heinsberg und Maria Sprenger, Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen wie folgt:

„Nach dem Rückgang des Hochwassers an der Rur ist uns das Ausmaß unseres Plastikkonsums noch einmal drastisch vor Augen geführt geworden. Unser Planet erstickt im Plastikmüll. Von den rund 35 Millionen Tonnen Plastik, die jährlich in die Umwelt gelangen, finden sich alleine 5-13 Millionen Tonnen im Meer wieder. Auch der Müll, der in unseren heimischen Flüssen schwimmt, landet schließlich im Meer.

Müllsammelaktionen organisieren Vereine und Privatpersonen schon seit Jahren. Auch die Grünen waren immer wieder unterwegs, ob mit Kanu oder zu Fuß, den Dreck, den Uneinsichtige in die Landschaft werfen, einzusammeln. Doch mit solchen gut gemeinten, aber viel zu kleinteiligen Aktionen kommt man der eigentlichen Ursache nicht bei.

Das Ausmaß des Müllproblems erfordert große Lösungen und eine Politik auf europäischer, nationaler und kommunaler Ebene, die den Schutz der Lebensgrundlagen in den Mittelpunkt stellt.

Dazu gehören eine verbindliche Abfallvermeidungsstrategie und ein deutlich verbessertes Recycling. Das Verbot von Wattestäbchen und Plastikstrohhalmen ist angesichts der gewaltigen Herausforderungen, Plastikmüll zu vermeiden, ein politisches Armutszeugnis. Eine Selbstverpflichtung des Handels, überflüssige Verpackungen von Obst und Gemüse einzudämmen, hat bislang kaum zu Konsequenzen geführt. Hier muss die Verpackungsindustrie deutlich in die Pflicht genommen werden.

Aber auch die Verbraucherinnen und Verbraucher können durch ihr Einkaufsverhalten zu einer Reduzierung der Plastikverpackungen beitragen.

Regionale Läden und Supermärkte können dazu beitragen, indem sie verpackungsfrei Obst und Gemüse verkaufen. Handel und Gastronomie müssen durch Überarbeitung der Hygienevorschriften in die Lage versetzt werden, beispielsweise Fleisch oder Käse in die von Kund*innen mitgebrachten Gefäße abzupacken.

Dies wird immer häufiger von den Verbraucherinnen und Verbrauchern eingeklagt. Doch die Rahmenbedingungen muss vor allem die Politik setzen.“

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